G.O.T.A.

Die Kabbalah ist eine Mysterien-Philosophie, die ihre Wurzeln in der griechischen Philosophie hat und im jüdischen Mystizismus und der westlichen magischen Tradition am Leben erhalten wurde. Die Qliphoth sind die dunkle Seite dieser Tradition. Die Qliphoth sind die Prinzipien des Schattens und der Antithese, die hinter allem verborgen sind. Die Seite des Lichts repräsentieren in der Kabbalah mathematisch/geometrische Prinzipien, durch welche Gott die Welt erschuf. Die Qliphoth korrespondieren mit den Fraktalen und Prinzipien des Chaos. Die Qliphoth sind die teilenden und zerstörerischen Kräfte. Die qliphothische Kabbalah nutzt die Kräfte der Zerstörung, um den Adepten von den Beschränkungen der Schöpfung zu befreien. Durch diese Kräfte können wir lernen, zu erschaffen. In der Kabbalah sind Luzifer und die gefallenen Engel jene, die die qliphothischen Kräfte als erste nutzten, um sich von Gott zu befreien. Die Prinzipien des Lichts halten die Engel und den Rest der Schöpfung in ihren festen, vorbestimmten Kreisen fest. Die dunklen Kräfte durchbrechen diese Kreise und ermöglichen einen freien Willen und eine individuelle Existenz außerhalb von Gott.

Die Dämonologie und die Goetische Magie sind Teile der qliphothischen Kabbalah, in denen der Magier personifizierte dunkle Kräfte in Gestalt verschiedener Dämonen beschwört und evoziert. In Dragon Rouge benutzen wir die traditionellen schwarzmagischen und dämonologischen Texte für diesen Zweck, haben diese alten Methoden jedoch an unser drakonisches System angepasst. Das Testament Salomons , die Schlüssel Salomons , das Lemegeton und Le Dragon Rouge sind Beispiele dämonologischer Texte, die Dragon Rouge verwendet.

Die odinistische Runosophie ist die nordische und gotische Tradition der Initiation. Runosophie ist das Wissen um die Geheimnisse der Runen und der Gott Odin ist der erste Initiierte in diese Mysterien. "Runa" bedeutet in den altnordischen und germanischen Sprachen "Geheimnis", "Mysterium", "verborgenes Wissen" oder "heimliches Flüstern". Auf einer äußeren Ebene der Welt bezeichnet "Runa" die altnordischen Schriftzeichen. Auf einer tieferen Ebene symbolisiert es die Kräfte des Universums und kann die gesamte okkulte nordische Spiritualität beschreiben. Die odinistische Runosophie ist ein Helwegr, ein Pfad zum Reich des Todes und zur Göttin des Todes - Hel. In diesen tiefsten und dunkelsten Teilen der Existenz sind die Schlüssel zu Weisheit und Unsterblichkeit verborgen.

In Dragon Rouge arbeiten wir in vielen verschiedenen Formen mit den Runen. Ein Aspekt ist das streitbare Uthark, welches als die innere und verborgene Form der Runenreihe angesehen wird. Wir verwenden schwerpunktmäßig das runosophische System der Adulrunen von Johannes Bureus. Die inneren Dimensionen der Runen nennt man Adulrunor oder Alrunor (Alraune).

Odin ist in seinen Facetten auch ein dunkler Gott, und die odinistische Runosophie schließt auch Lykanthropie und Nekromantie (siehe Grógaldr in der Edda) mit ein. Die odinistische Runosophie ist eine Form der gotischen Magie. Die gotische Magie ist nicht nur Runosophie und Runenmagie, die auf die altnordischen Runensymbole ausgerichtet ist, sondern die gotische Magie ist mit der Nachtseite und den dunklen Mysterien verbunden, was sie von den Formen der Runenmagie, die mit Asatru und dem Streben nach Wiedererrichtung des altnordischen Glaubens verbunden sind, unterscheidet. Gotische Magie kann nicht mit einer bestimmten Zeit oder einem Ort verbunden werden. Die gotische Magie korrespondiert mit einer mythischen Dimension, in welcher man ein Gott wird.

Vamachara Tantra ist der Pfad der linken Hand in der indischen Tradition. Das Ziel des Tantra ist die Erweckung der latenten inneren Kraft, die Kundalini genannt wird. Anders als gewöhnliches Yoga und Meditation sucht der Vamachara nicht nur die Samadhi genannte Form der Erleuchtung, in der der Adept "eins mit Gott" wird, wenn die Kundalini mit der Energiezone Sahasrara über dem Kopf verschmilzt. Vamachara Tantra strebt einen Zustand an, in dem die Kundalini über Sahasrara hinaus reicht. Dies führt nicht zu Samadhi, sondern zu einem Zustand, der im Vamachara Tantra Kaivalya genannt wird und in welchem der Adept wie ein Gott wird. In Dragon Rouge arbeiten wir neben den Chakren des gewöhnlichen Yoga auch mit verborgenen Chakren, wie dem schwarzen Chakra Sunya über Sahasrara. Vamachara Tantra ist mit dem Kali-Kult und der berüchtigten Aghora-Tradition verbunden. Der Unterschied zwischen dem rechtshändigen und dem linkshändigen Pfad wird in Julius Evolas Buch "The Yoga of Power" eloquent erklärt:

"Es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen den zwei tantrischen Pfaden, dem der rechten Hand und dem der linken Hand (welche sich beide unter Shivas Aegis befinden). Im ersteren erlebt der Adept immer "jemanden über ihm", selbst auf der höchsten Ebene der Erkenntnis. Im zweiten "wird er der ultimative Souverän" (Chakravartin = Weltregent)."

Die typhonische Alchemie spielt eine zentrale Rolle im Initiationssystem von Dragon Rouge. Alchemie ist die Kunst der Veredlung und hat ihre Wurzeln im alten Ägypten, wo sie Khemeia genannt wurde, "die Herstellung des schwarzen Steins". Das Ziel dieser Kunst bestand darin, ein Elixier für das ewige Leben herzustellen, welches das Selbe wie der schwarze Stein oder der schwarze Diamant war. Das Wort Khem bedeutet "schwarz" und ist die ursprüngliche schwarze Kunst, in der der Mensch danach strebt, wie die Götter zu werden. Khem ist auch der Name des Gottes der Alchemie. Auch der dunkle Gott Seth ist mit der Alchemie und dem schwarzen Stein verbunden. In der griechischen und hermetischen Tradition wurde Khem durch Pan und Seth durch Typhon repräsentiert. Die typhonische Alchemie kann auf die ältesten ägyptischen, griechischen und hermetischen Traditionen der Alchemie zurückgeführt werden, deren Ziel dem des linkshändigen Pfades entsprach. Die typhonische Alchemie ist um einen schrittweisen Veredlungsprozess konstruiert, der den drakonischen Initiationsebenen entspricht. Der alchemistische Prozess verwandelt Kohle, das grundlegende Element allen Lebens, durch einen Härtungs- und Veredlungsprozess aus seiner schwächsten und porösesten Form in den ewig unzerstörbaren schwarzen Diamanten (Adamas Ater, A.A.). Dieser Prozess wird durch den Gott Khepera und seinen Eintritt in das Königreich des Todes repräsentiert, wo er stirbt und sich selbst als eigene Schöpfung neu erschafft. Im ägyptischen Totenbuch sagt Khepera: "Ich bin Khepera, der sich selbst erschuf." Typhon repräsentiert den roten Drachen und die ewige Urkraft und -materie, aus der alles entstand.

Zurück