Philosophie

Die Philosophie des Dragon Rouge besteht aus dem linkshändigen Pfad und seiner Ideologien. Der linkshändige Pfad basiert auf einer Philosophie, welche zwei spirituelle Hauptpfade definiert. Einer davon ist der rechtshändige Pfad. Dieser hat die meisten Formen von Religionen und Massenbewegungen beeinflusst. Seine Methode ist die Lichtmagie und sein Ziel die Auflösung des Einzelnen und die Vereinigung mit Gott. Der andere Pfad ist der linkshändige Pfad. Er hebt den Einzelnen, den Abweichler und das Exklusive hervor. Seine Methode ist dunkle Magie und das Schwimmen gegen den Strom. Das dunkelmagische Ziel ist selbst ein Gott zu werden.

Der linkshändige Pfad und die dunkle Magie ist kein Pfad der Erlösung, die jeder erreichen kann. Für die meisten Menschen sind die etablierten Religionen passender. Der linkshändige Pfad ist ein auffordernder Pfad, welcher voraussetzt, dass der Adept darauf vorbereitet ist diszipliniert, geduldig, verantwortungsbewusst und mutig zu sein. Wir raten psychisch instabilen Personen strengstens davon ab diesen Pfad zu beschreiten. Dasselbe gilt für Leute, welche die Philosophie so deuten als wären wir bereits Götter und könnten alles tun was wir wollen. Den freien Willen zu erreichen und ein Gott zu werden sind ein Ziel. Wir sind keine Götter. Wir können zu Göttern werden. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Dragon Rouge von Esoterikern, New-Age Anhängern und Satanisten, welche glauben, dass sie bereits Götter sind und es sich nur bewusst machen müssen. Wir glauben, dass wir die Göttlichkeit als Potential in uns tragen, aber dass wir diese Seite nur durch hartes initiatorisches Training erwecken können.

Der Mensch kann zwei Geburten erleben. In Verbindung mit der ersten Geburt werden wir Individuen in Beziehung zur Mutter. Wir wurden körperlich geboren. Die Lichtreligionen predigen zum Kindsein zurückzukehren, wo man Frieden, Wille und Verantwortung aufgibt um Sicherheit zu erhalten. Der Mensch kann aber auch noch eine andere Geburt erleben. In Verbindung mit dieser werden wir Individuen in Beziehung zur Existenz. Wir verlassen das von äußeren Umständen bestimmte Leben und erreichen einen freien Willen. Anstatt Schöpfung zu sein werden wir selbst zu Schöpfern. Initiationsriten bei Schamanen, Hexen und magischen Organisationen waren durch die Zeiten hindurch ein Weg zu dieser zweiten Geburt. Das Ziel dieser initiatorischen Magie von Dragon Rouge ist eine zweite Geburt und der Prozess der Selbstschöpfung, welche zur Göttlichkeit des Einzelnen führt.

Contra 3M

Der linkshändige Pfad ist ein Pfad gegen den Strom. Der linkshändige Pfad ist gegen drei ideologische Strukturen. Diese drei fangen alle mit dem Buchstaben M an und so können wir den drakonischen Pfad als einen Pfad "gegen die drei M" bezeichnen.

Diese 3M sind:

1. Monotheismus

2. Materialismus

3. Modernität

1. Monotheismus -- Der Grundgedanke des Monotheismus ist, dass nur ein Gott existiert. Dieser Gott ist allmächtig und wird oft als Schöpfer des Universums angesehen. Der monotheistische Gott ist völlig getrennt von der übrigen Welt und existiert an einem abstrakten Ort, dem entfernten Himmel. Monotheismus ist gegen eine pantheistische Weltsicht, wo Göttlichkeit überall ist, in Mensch und Natur. Der monotheistische Gott ist allmächtig und gut, woraus das sogenannte Theodizee Problem entstand: wie kann Gott allmächtig und gut sein, wenn es soviel Leid auf der Welt gibt? Manchmal beinhaltet der monotheistische Gott auch das Prinzip des Leides, aber trotzdem wird Gott als gut angesehen, da Gott so mächtig ist. Gott ist das Richtige, da er allmächtig ist und Gott ist es, der entscheidet was gut ist. Die monotheistischen Texte können zeigen, dass dieser Gott launenhaft und willkürlich ist. In der Bibel ist Gott Teil der Genesis, unterdrückt Frauen und viele nur undenkbare Grausamkeiten stammen von ihm. Aber für den gottfürchtigen Gläubigen ist Gott trotzdem gut. Monotheismus verlangt totale Gehorsamkeit und Unterwerfung. Im Islam ist komplette Unterwerfung der Kern der Religion. Die beiden anderen mächtigen monotheistischen Religionen arbeiten in ähnlicher Weise.

Gott ist das Licht und übereinstimmend mit dem Monotheismus muss der Mensch durch die Notwendigkeit von Gott getrennt werden, wenn die monotheistisch, religiöse Struktur halten soll. Das heißt, dass der Mensch in der Dunkelheit (Unwissenheit) gehalten werden muss. Die am weitesten entfernte Kraft (Luzifer, die Schlange im Garten Eden, die gefallenen Engel) gibt den Menschen Zugang zum göttlichen Licht durch sie selbst. Das spricht gegen Gott und der monotheistischen Struktur. Durch das Licht, das die dunklen Kräfte übermitteln, kann der Mensch Göttlichkeit erreichen. Dies spricht ebenfalls gegen Monotheismus mit der Möglichkeit des Polytheismus. Der monotheistische Gott ist ein eifersüchtiger Gott, der keine Gleichen neben sich toleriert. Der Mensch und die Welt sollen unterworfen werden und blind gehorchen. Aus diesem totalitaristischen Grund haben Regierungen oft die monotheistische Idee gelobt. Der Grund dafür, das Rom christianisiert wurde, war, das die monotheistische Weltsicht zur Supermacht dieser Zeit passte. In einem Imperium, wo alle einem Imperator gehorchen sollen, ist Monotheismus die passende Ideologie. Heutzutage hat die fundamentalistisch, christliche USA die Rolle als Imperium und Supermacht übernommen.

Der monotheistische Gott ist generell immer ein Mann. Dies führte zu der Ansicht, dass die Frau eine Anomalie ist, welche dem Dunklen und Bösen näher ist als dem Mann. Die monotheistischen Religionen wurden durch die Unterdrückung der Frauen charakterisiert, besonders extrem während der Zeit der Hexenverfolgungen, wo Millionen angeklagter Hexen verbrannt wurden. In den muslimischen Kulturen ist die Unterdrückung von Frauen der Drehpunkt und Gewalt gegen Frauen normal. Im jüdischen Gesetz, der Torah, gibt es eine Aufforderung, dass alle Hexen getötet werden sollen. In den vormonotheistischen Religionen gab es Götter beider Geschlechter. Oft gab es einen männlichen, uranischen Himmelsgott und eine weibliche, kthonische Göttin der Unterwelt, welche auch mit Natur und Mutter Erde assoziiert wurden. Aber die monotheistischen Religionen zerstörten die Hälfte aller ursprünglichen Naturreligionen und warfen sie in die Unterwelt (Hölle). Die Ansicht, dass Erde und Umwelt zu den bösen Mächten gehören, autorisierte die monotheistischen Religionen die Natur zu zerstören.

Monotheismus predigt häufig, dass alle vor Gott gleich sind. Monotheismus bedeutet Einseitigkeit. Alle Menschen sollen identisch sein. Dies hat sich in den Verbrechen gegen die natürlichen Erdtriebe und ihrer Religionen gezeigt. Auch die lichtbezogenen okkulten Systeme wurden auf derselben Idee aufgebaut. Das nach oben zeigende Pentagramm stellt den perfekten Menschen dar, welcher in der Kabbalah Adam Kadmon genannt wird. Alle Menschen sollen durch den rechtshändigen Pfad danach streben, genau so perfekt zu werden wie dieser. Der dunkle Magier strebt danach das Einzigartige (den Einzelnen) hervor zu heben und hinter das Menschliche zu blicken um selbst ein Gott zu werden. Das nach unten zeigende Pentagramm illustriert Nietzsches Gedanke des "über sich selbst hinauswachsen des Menschen": "Der Mensch kann durch das aus sich selbst gehen zum Übermenschen werden. Das ist die Essenz der schwarzen Magie."

Monotheismus sollte nicht mit dem hermetischen Monismus verwechselt werden. Der hermetische Monismus kann in den griechischen Worten en to pan - Alles ist eins ausgedrückt werden welche in Verbindung mit der Schlange Ouroboros beschrieben wurden. Die Idee des Monismus ist, dass es eine Verbindung zwischen Allem gibt und das Kleine im Großen widergespiegelt wird. Monismus ist ein Dualismus, wo das Göttliche von ihrer Schöpfung getrennt ist.

2. Materialismus -- Eine natürliche Konsequenz des Monotheismus ist der Materialismus. Seitdem das Göttliche von der Materie getrennt ist, werden Materie und Natur als etwas ohne Seele und Geist betrachtet. Es gibt keine oppositionellen Beziehungen zwischen den monotheistischen Religionen und dem Materialismus. Monotheismus ist eher die ursprüngliche Ideologie hinter dem Materialismus. Monotheismus lehrt die Dominanz gegenüber der seelenlosen Natur. Natur und Tiere wurden nur zum Gebrauch durch den Menschen geschaffen. Der Mensch kann mit Tieren und der Natur alles machen was er will. Monotheismus und die Lichtschulen sind menschenzentriert, was bedeutet, dass der Mensch die Krone der Schöpfung ist. Das nach oben zeigende Pentagramm illustriert dies dadurch, dass ein Mensch mit den Beinen, Armen und dem Kopf in den Spitzen darin abgebildet ist. Das Pentagramm der dunklen Seite zeigt nach unten und manchmal ist eine Ziege mit Hörnern darin abgebildet. Der dunkle Pfad ist tierzentriert und sieht den Menschen als Tier und Teil der Natur an. Der Mensch kann zum Gott werden, wenn er die menschlichen Grenzen durchbricht und sich an die wichtige Rolle des Tieres erinnert. Das soll nicht so gedeutet werden, dass man alles für niedere Instinkte aufgibt. Es ist eher ein Weg die Natur und die Tiere als wertvoll anzusehen. Die drakonische Philosophie ist ein Pantheismus, in dem die Göttlichkeit in der Natur präsent ist. Die tierzentrierte Perspektive stellt auch den Gedanken der Zivilisation und alle abstrakten Ideen über das Gute und Gerechtigkeit in Frage. Im Namen des Guten wurden die schlimmsten Verbrechen ausgeübt.

Die tierzentrierte Perspektive ist eine Kritik des Intellekts, dass den Menschen unfähig macht zu handeln. Dunkle Magie bedeutet, dass der Verstand ein Werkzeug und nicht das Ziel ist. Die Wertschätzung des Verstandes ist mit dem Materialismus verbunden. Der analysierende Sinn ist so weit vom Objekt getrennt, dass nur noch leere Abstraktionen übrig sind. Die Trennung des Verstandes von der Sache repräsentiert die Trennung der geistigen von der materiellen Ebene. Im Okkultismus ist der analysierende Sinn die eine Seite des Bewusstseins. Die andere Seite denkt in Analogien. Der analysierende Verstand sieht die Unterschiede währen das analogische Denken die Zusammenhänge erkennt. Durch den Materialismus hat das analytische Denken die Übermacht bekommen. Anstatt des Ganzen sieht man nur Teile und so verschwinden die Zusammenhänge. Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht, man sieht nur die Steine aber nicht das Schloss. Materialismus und die Dominanz des analytischen Denkens hatten zur Folge, dass die Welt ihre Seele verlor. Egal wie viel wir auch analysieren und sezieren, wir werden nie Gedanken, Gefühle oder die Seele finden. Dies bedeutet natürlich nicht, dass Gedanken, Gefühle oder Seele nicht existieren. Natur ist zu etwas Totem geworden und Mensch und Tier sind zu seelenlosen Organismen geworden, die mit Autos und Computern verglichen werden. Dies führt dazu, dass die Menschen nur Befriedigung der einfachen Instinkte suchen anstatt danach zu streben Göttlichkeit zu erlangen.

Materialismus führt auch zu einer künstlichen und hoffnungslosen Form von Individualismus. Der drakonische Pfad ist ein Pfad, welcher zur Entwicklung und Hervorhebung des Individuums führt. Dies kann als eine andere Form von Individualismus interpretiert werden seitdem der dunkle Magier gegen den Strom schwimmt und mentale, kollektive Strukturen durchbricht. Der Individualismus des Materialismus ist für beides, den Individuen und ihre umgebende Welt, destruktiv. Egotrips und künstliche Befriedigung charakterisieren diese Form des Individualismus. Wenn der Mensch von einer materialistischen Perspektive aus sich selbst als Maschine sieht, welche durch den Tod komplett eliminiert wird, wird die schnelle und einfache Selbstbehauptung und instinktive Befriedigung wichtig. Für den Magier, der die Seele zurückerobert, ist Individualismus etwas anderes. Für den Magier ist Individualismus eine fortschreitender Transformations- und Entwicklungsprozess, welche den Magier zu einem göttlichen Status und zum Selbstbruch der eigenen Grenzen innerhalb seines Lebens führen kann. Dem Magier wird bewusst werden, dass verzweifelter Egoismus nicht zu seinem Individualismus passt, aber das Individualismus durch eine unegoistische und hingebungsvolle Gesellschaft mit Gleichen entwickelt wird.

Auf dem drakonischen Pfad invoziert der Magier die alten Geister, Götter, Naturgeister und die Ahnen. Durch Invokation der alten Kräfte wird die Welt wieder verzaubert und Mensch und Natur erhalten ihre Seele zurück. Die Mitgliedschaft in einer magischen Organisation soll bedeuten, dass der Mensch über sich selbst hinauswächst. Die Struktur eines magischen Ordens ist ein Laboratorium, in welchem die Adepten hinter die gegebenen Grenzen greifen. Dies kann Wahr werden, wenn die Natur wieder durch eine Seele inspiriert wird. Manche werden den Wald sehen und nicht Gruppen einzelner Bäume. In der drakonischen Philosophie ist das ganze mehr als die Summe seiner Teile. Der Drache ist die mystische Kraft, welche verborgen brodelt und kann die Kraft sein durch welche der Adept aus sich selbst heraus seine Grenzen überschreiten kann.

3. Modernität -- Beide, Monotheismus und Materialismus teilen die gleiche Sicht der Zeit, dass sie abstrakt und linear ist und das an einem entfernten, vorzeitlichen Punkt alles angefangen hat. Danach hat sich die Welt in einer mehr oder weniger geraden Linie entwickelt bis das endgültige Ende erreicht wird. Übereinstimmend wird im Monotheismus nur der Rechtschaffene im Himmel oder im Paradies weiterleben. Die Theorien über den Urknall sind materialistische Versionen des monotheistischen Schöpfungsmythos. Alles beginnt von einem gegebenen Augenblick an zu existieren bis das Ende erreicht wird. Die drakonische Philosophie ist um eine zyklische sicht der Zeit konstruiert. Existenz bewegt sich in Kreisen. Die Himmelskörper bewegen sich zyklisch. Die Jahreszeiten und der Tagesverlauf sind Ausdrücke der zyklischen Zeit. Die Schlange Ouroboros ist ein Symbol des Kreises und des ökologischen Zyklus. Monotheismus und Materialismus teilen die Tendenz in Abstraktionen stecken zu bleiben. Die monotheistische Religion ist eine unnatürliche Religion, welche nur auf heilige Schriften und prophetische Visionen basiert. Die vormonotheistische, heidnische Spiritualität ist natürlich und basiert auf der konkreten Erfahrung von Existenz durch Beobachtung der natürlichen Zyklen.

Der linkshändige Pfad wirkt der Modernität und dem unkritischen Fortschritt entgegen. Als Widerstand gegen moderne Trends schaut die dunkle Seite auf die Vergangenheit zurück. Gräber und Ruinen sind wichtige Teile der ästhetischen Nachtseite. Ein dunkler Magier weiß, dass die Kräfte von Chaos und Natur am Ende die modernen Schöpfungen der Menschheit zerstören werden.

Die lineare Sicht der Zeit bringt generell einen evolutionären Optimismus und eine positive Einstellung gegenüber der Modernität. Die drakonische Philosophie stellt den unkritischen, evolutionären Optimismus, welcher die moderne Gesellschaft kennzeichnet, in Frage. Es gibt natürlich viele wichtige Verbesserungen, welche die Evolution hervorgebracht hat, aber fast jede Verbesserung ist mit so vielen destruktiven Nebeneffekten verbunden, dass die Wertigkeit der Verbesserungen negativ wird. Für jede Krankheit, die wir heilen, scheinen wir teilweise für ein Dutzend Neue verantwortlich zu sein. Die Technik, welche dazu gedacht war das Leben für die Menschheit einfacher zu machen, hat unsere ganze Zeit in Anspruch genommen. Technik hat auch eine katastrophales umweltliches Desaster zur Folge gehabt, welches viel zu groß ist um die Blessuren der Evolution auszugleichen. In der dunklen Magie schaut man nicht hinauf in Traumwelten einer himmlischen Zukunft, sondern erforscht die Vergangenheit und die alten Wurzeln, aus denen wir unsere Kraft erhalten. Es ist in der dunklen Erde, in der Unterwelt, was die Vergangenheit erhält und wachsen lässt um zu einer neuen Zukunft zu werden. Der lichte Himmel ist es wohin der Mensch seine endlosen Träume und abstrakte Utopien hin projiziert. Der dunkle Magier ist fasziniert von der Unterwelt und dem Ende, den Ruinen und der Vergangenheit. Da in diesen die Zukunft auf eine organische und zyklische Weise fortgeschritten ist.

Die drakonische Philosophie und der linkshändige Pfad ist ein Pfad gegen diese 3M. Um den Unterschied zwischen dem Dunklen und dem Licht, als auch zwischen dem links- und rechtshändigen Pfad zu illustrieren, können wir mit den unten folgenden Aufzählungen experimentieren Es ist paradox, dass die Philosophie der dunklen Seite auf einer Grundlage basiert, in der einige der Qualitäten des Lichtes in einer Einheit mit dem Dunkeln, enthalten sind. Die drakonische Philosophie enthält Dunkel und Licht, männlich und weiblich, während die Lichtseite auf Dualitäten wie Finsternis oder Licht und männlich oder weiblich basiert.

Visio · Vires · Actio

Die drei Hauptprinzipien drakonischer Magie:

Vision.

Der Magier ist ein Visionär, welcher in das Grenzenlose blickt und die Inspiration seiner Aktionen kanalisiert.

Kraft.

Der Magier strebt danach die potentielle Kraft zu nutzen, welche in Mensch und Natur verborgen ist.

Handlung.

Der Magier transformiert durch Aktion die Vision zur Realität.

Fünf elementare drakonische Prinzipien

Alles ist Eins.

Ouroboros oder der Drache, der sich in den Schwanz beißt zeigt die ewige Wiederkehr und das der Anfang das Ende ist und das Ende der Anfang, im Kleinen ist das Große und im Großen ist das Kleine, das Eine ist Alles und Alles ist das Eine. Das was oben ist, ist das was unten ist.

Alles ist Kraft.

Das Universum ist Kraft in verschiedenen Formen. Kraft ist Bewegung. Die Kraft enthüllt sich selbst durch die sieben Strahlen oder Ebenen von Vibrationen, welche die sieben Farben des Spektrums repräsentieren. Der Drache ist die Kraft und wenn der Drache sich selbst mit sieben Köpfen manifestiert, repräsentieren diese die sieben Strahlen. Die Kraft ist durch die Elemente Plasma (Feuer), Gas (Luft), Flüssigkeit (Wasser), Boden (Erde) manifestiert. Die Kraft selbst repräsentiert das fünfte Element (das Andere, die Quintessenz). Das Symbol der Quintessenz ist der Drache.

Alles ist möglich.

Alle Fesseln und Grenzen sind Illusionen. Nur die Visionen und die Kraft des Menschen schaffen Grenzen. Dem wahren Willen zu folgen ist das einzige Gesetz. Der Mensch kann selbst zum Schöpfer werden.

Alles ist fließend.

Die Realität ändert sich ständig. Ordnung ist eine Illusion. Durch Bewegung und Handlung kann der Mensch das Leben und die Kraft erreichen um sein eigenes Leben zu erschaffen. Stagnation führt in den Ruin. In den Armen des Drachens zu bleiben heißt dem Strom der Kraft zu folgen.

Alles existiert.

Nichts existiert. Realität ist eine Frage von Energie und Vorstellungskraft. Nihilismus ist ein Ausdruck, welcher das Fehlen von Energie zeigt. Alles kann wahr sein und wahr werden durch das Fokussieren der richtigen Vision, die richtige Kraft und die richtige Handlung zum richtigen Ziel.

Esoterische Kommentare zu den drei Basiskonzepten
der drakonischen Magie

1. Vision:

Das Wort Drache stammt von einem griechischen Verb ab und bedeutet "zu sehen". Das Wort kann genauso mit "Aufleuchten" übersetzt werden. Drakonische Magie ist die Magie des "Klar-Sehen". Die meisten Menschen leben unter einer mit Nebel gefüllten Glaskugel die sie selbst erschaffen haben. Durch den Nebel können sie nur die Konturen der äußeren Welt erkennen. Der Nebel reflektiert ihre eigenen Vorstellungen, und sie interpretieren die äußere Welt durch ihre eigenen Reflektionen. Sie sind in einer "Glaskugel der Selbst-Betrachtung" gefangen.

Der Mensch erhält Informationen über die andere Seite nur nach dem Filtern durch das Selbst. Wenn wir intellektuelles Wissen erlangen, so ist dieses durch eine Vielzahl von kategorischen Filtern gegangen, das unser Verstand erschaffen hat. Die drei Hauptkategorien, die wir benutzen, sind Zeit, Raum und Kausalität (Ursache und Wirkung). Diese Kategorien erschaffen unser Universum. Das Bild, das wir durch den Intellekt und diese Kategorien erhalten, ist das, was wir Kosmos, Ordnung und Lichtseite nennen. Die ideale Erklärung der perfekten Logik und das intellektuelle Verstehen im Kategoriensystem entspricht dem, was die Mystiker und Religionen der Welt der Götter zuschreiben. Die Welt außerhalb der Glaskugel, ist das was wir Chaos und das unbekannte nennen. Es ist die "dunkle Seite".

Es ist auch "die andere Seite" oder einfach "das Andere" für den Menschen, der innerhalb der Glaskugel ist. Es ist der Ausgangspunkt für sein eigenes Verstehen von "das Eine", "das Einzige" oder "das Erste". Dies sind alles Wörter die normalerweise für einen Gott stehen. Ein Gott oder Götter sind Idealvorstellungen von einem selbst, wie man sich selbst sehen möchte und wie jemand die Realität haben möchte, wie ein Spiegelbild. Das andere oder das dunkle ist das unbekannte außerhalb. Darauf projiziert der Mensch seine Ängste, die außerhalb von ihm sind. Der drakonische Pfad des Klar-Sehen ist der, die Kugel vom Nebel zu befreien, so das die Außenwelt klar und in ihrer Gesamtheit zu sehen ist. Außerdem ermöglicht der drakonische Pfad Transzendenzen außerhalb der Glaskugel. Die Vision der Außenwelt ist das drakonische Prinzip "zu sehen".

2. Kraft:

Die Vision der Welt/ der Welten bringt Wissen. Wissen ist Kraft. Jedes eingeschlossene System (was die Welt innerhalb der Kugel ist) hat ein begrenztes Potenzial an Energie. Energie und die Möglichkeit der Wahrnehmung sind miteinander verbunden. Aus diesem Grund richtet der drakonische Pfad (Kundalini-Yoga, odinistische Initiation, typhonische Alchemie etc.) die innere Energie darauf aus, die Wahrnehmung zu erhöhen um das Klar-Sehen zu erreichen, was die Möglichkeit mit sich bringt, Energie von außen zu erhalten. Die innere Kraft wird "der innere Drache" genannt, und die äußere Kraft "der äußere Drache".

Alles ist Kraft und Energie auf verschiedenen Ebenen der Vibration (Schwingungen). Die Welt in der Kugel ist ein stabiles System der Energie in einer fertigen Form. Diese Energie ist für den Menschen nicht zugänglich. Innerhalb der fertigen Form ist ein Kern von purer, freier und beweglicher Kraft, wie das Lava im Inneren der Erde. Dies ist die Kraft, die der Magier benutzt und konzentriert um einen Spalt in der Glaskugel zu öffnen, um so einen Zugang zur Außenwelt zu erhalten. In der Außenwelt gibt es eine unbegrenzte Anzahl an Kräften, die nun für den Magier zugänglich werden. Der Magier benutzt die inneren Kräfte, um eine Vision von den äußeren Kräften zu erhalten. Diese Vision erschafft einen Träger der inneren Kraft, welche die Möglichkeit steigert, zu sehen und die äußere Kraft zugänglich zu machen. Es kostet viel Kraft zu sehen, und zu sehen gibt viel Kraft.

3. Handlung:

Das dritte Prinzip dieser Dreiheit der drakonischen Magie ist die nötige Konsequenz und das Resultat von Vision und Kraft: Handlung. Magie ist die Kunst und die Wissenschaft zu handeln, äußerlich und innerlich, dass die Vision Realität werden lässt. Wenn die erstrebte Vision und gesteigerte Kraft von dem Magier in konkretisierten Handlungen nicht genutzt wird, so wird der Magier bald ausgebrannt sein. Handlung ist der nötige Kanal für die Kraft, die der Magier durch die Vision der "anderen Seite" erlangt. Handlung ist der Ausdruck der Magie. Durch die Kraft der Handlungen kann der Magier seine Visionen wahr werden lassen.

Draconischer Aphorismus

Der Drache ist die geflügelte Schlange. Der Drache vereint die Schlange mit dem Adler, was unten ist mit dem was oben ist.

Der Drache besteht aus den vier Elementen. Die Flügel sind Luft. Der Reptilienkörper ist Erde. Die Schuppen sind Wasser und der brennende Atem ist Feuer. Somit ist der Drache das fünfte Element — der Geist.

Der Drache ist in der Form von Ouroboros die Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Der Drache ist der Anfang vom Ende und das Ende vom Anfang.

Der Drache ist jenseits von gut und böse, Nacht und Tag, weiblich und männlich, Plus und Minus. Der Drache erhebt sich aus dem Zusammentreffen der Gegensätze. Der Drache ist die Polarität zwischen Plus und Minus.

Der Drache ist das Symbol des Tao — der Reise — und die Reise ist das Ziel. Der Drache ist die dynamische Ewigkeit.

Das Dunkle ist das Unbekannte, das von dem Bewusstsein unterdrückt wird. Im Dunklen liegt der verborgene Schatz der Seele.

Wenn wir eine Kerze anzünden entsteht ein Schatten. Je mehr wir nach Licht streben, desto größer wird der Schatten hinter uns.

In der Finsternis können wir Angst finden. Durch die Konfrontation mit der Finsternis konfrontieren wir uns mit der Angst und können uns so von ihr befreien. Wenn wir vor der Finsternis flüchten wird unsere Angst vor dem, was in ihr liegt, größer.

In Dragon Rouge ist ein Ausgleich zwischen Dunkelheit und Licht gegeben, das Kreative und das Destruktive ist das Ziel.

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